Hurrikans und Florida  

Die Frage nach Hurrikans hat Reisende schon immer beschäftigt bei ihrer Entscheidung, Florida zu besuchen. Sicher meinen einige, die gern Disney World und alle anderen Attraktionen hier sehen möchten, dass es wohl eher an Sadismus grenzen muss, einen Staat zu bereisen, in dem das Risiko besteht, dass man einfach so von der Erdoberfläche weggeblasen wird. Dennoch nehmen jeden Sommer Millionen von Menschen die vermeintliche Gefahr in Kauf.

Weather Site Inc. Miami, Florida, Hurricanes2001.com; übersetzt von Kerstin Schnabel-Macloud

Autor: Philip Kelly Jackman

Im Gegensatz zu den heutigen Touristen kamen einige der ersten Besucher wegen eines Hurrikans nach Florida. So zum Beispiel 1715, als eine Flotte von fünf Schiffen unter dem Kommando von Captain Don Juan Esteban de Ubilla in Havanna (Kuba) die Segel setzte, um auf ihrem Weg nach Spanien gen Norden die Küste Floridas entlang zu fahren. Die fünf Schiffe hatten Silber- und Goldmünzen, Gold- und Silberbarren, Schmuck, Smaragde, Perlen und chinesisches Porzellan an Bord im heutigen Wert von etwa 90 Millionen Dollar.

Das Wetter war mild und sonnig, als sie den Hafen von Havanna verließen, aber schon ein paar hundert Meilen nördlicher geriet die Flotte in einen Hurrikan, und leider stellte sich heraus, dass es nicht gerade ein guter Tag für eine Bootstour war. Als der Sturm vorbei war, zählte man 2500 Seeleute, die umgekommen waren, und diejenigen, die überraschenderweise überlebt hatten, fanden sich an der Küste vom heutigen Cape Canaveral wieder, also weniger als 60 Meilen (100 Kilometer) von Orlando - dem jetzigen Zuhause von Mickey Mouse - entfernt.

Es muss betont werden, dass 1715 die Idee, Florida zu einer Touristen-Mekka zu machen, noch tief in den Kinderschuhen steckte. Anstatt am Pool zu sitzen und Schönheiten im knappen Bikini zu beobachten, erlebten diese Seeleute ein sehr ungastliches Land. Sie wurden von Krankheiten übertragenden Moskitos überfallen und bedroht von Klapperschlangen, wilden Tieren und feindlichen Indianern.

Es gibt nach wie vor Moskitos, Klapperschlangen, Alligatoren und andere wilde Tiere, die sich aber auf die Sümpfe der Everglades beschränken. Auch Indianer leben heute noch hier, aber die Gefahr, von ihnen "skalpiert" zu werden, besteht höchstens in einem der modernen Spielkasinos, die von Indianern in ihren Reservaten geführt werden. Seit 1715 sind also doch schon eine Menge Dinge für die Florida-Besucher verbessert worden - das Risiko eines Hurrikans besteht allerdings noch immer.

Was sollte man also unbedingt wissen, bevor man nach Florida kommt? Wer Florida bereisen möchte ohne jegliche Gefahr, einen Wirbelsturm zu erleben, sollte dies vom 1. Dezember bis zum 31. Mai tun. Hurrikans entstehen nur, wenn das Wasser von Atlantik und Golf von Mexiko von der Frühlings- und Sommersonne genügend erwärmt wird, so dass die offizielle Hurrikansaison vom 1. Juni bis 30. November im Kalender steht.

Welches Risiko geht man ein, wenn man sich entscheidet, Florida während der Hurrikansaison zu besuchen? Sollte man wirklich Angst haben, seine Familie an einen solch gefährlichen Ort zu bringen, wo doch Hurrikans zu den stärksten Naturereignissen unseres Planeten zu zählen sind? Die Antwort lautet: Nein. Wenn man plant, für Fun in the Sun nach Florida zu kommen, sollte man einfach seinen Badeanzug einpacken und losfliegen. Als Besucher hat man nichts zu befürchten. Sollte ein Hurrikan einen Teil von Florida bedrohen, wird man sehr intensiv und früh genug vom National Hurricane Center informiert. Da ist immer genügend Zeit, um die Gefahrenzone zu verlassen und andere Orte Floridas oder sogar einen anderen Staat aufzusuchen. Radio und Fernsehen geben die Position eines eventuellen Sturms während jeder Nachrichtensendung bekannt; und wer seinen Laptop dabei hat, kann im Internet Hurrikanentwicklungen in Echtzeit verfolgen mit leicht zu lesenden Karten über die jeweils aktuelle Position und die Vorhersage für die nächsten drei Tage.

Eine der besten Webseiten ist www.hurricanes2001.com

Wenn man sich die Landkarte der Vereinigten Staaten ansieht, kann leicht der Eindruck entstehen, dass Florida von jedem Sturm getroffen werden muss, der sich westwärts über den Atlantik bewegt, oder von allen Stürmen, die im Golf von Mexiko gefangen sind und sich einen Weg nach draußen suchen. Tatsache ist aber, dass Florida verhältnismäßig selten betroffen ist. Wenn man herausfinden will, wie oft in Florida - oder auch in anderen Städten, Staaten oder Ländern - ein Hurrikan niedergegangen ist, findet man ausführliche Informationen unter www.hurricanesite.com.

Mythen und andere Dinge, die man über Orkane wissen sollte: Viele Leute sind der Meinung, dass, wenn Florida von einem Hurrikan bedroht wird, dies den ganzen Staat betrifft. Das ist absolut nicht wahr. Florida ist ein großer Staat. Es ist durchaus möglich, dass ein starker Sturm schwer wiegende Folgen in einem Teil des Staates hat und das restliche Territorium nur sehr wenig oder gar nicht berührt. Hurrikan Andrew (1992) ist ein Beispiel dafür. Andrew war mit über 21 Milliarden Dollar Sachschaden die kostspieligste Naturkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er war aber auf ein relativ kleines Gebiet an der Südspitze Floridas beschränkt. Die Vergnügungsparks in Zentralflorida konnte man nach wie vor besuchen, als sei gar nichts geschehen.

Es ist durchaus möglich, dass ein Orkan die gesamte Küste von Florida entlang fegt, ohne dass Städte oder Orte in der Mitte des Staates oder an der anderen Küstenseite irgendwelchen gefährlichen Wetterereignissen ausgesetzt wären. Als Reisender sollte man sich immer vor Augen führen, dass Hurrikans zwar gefährlich sind, man aber dennoch keine Angst zu haben braucht, da die gefährlichen Gebiete - im Gegensatz zu einem Erdbeben - früh genug lokalisiert werden können, so dass man sich ohne Probleme in Sicherheit bringen kann. Beim Pro und Contra bezüglich eines Urlaubs in Florida sollte ein eventueller Hurrikan also keine Rolle spielen.

Wo kommen Hurrikans her? Sie beginnen als ein großes Gewittergebiet. Diese Gewitter formieren sich an der Westküste von Afrika, im südlichen und mittleren Atlantik, dem Karibischen Meer oder im Golf von Mexiko. Natürlich entwickeln sich nicht alle Gewitter in diesen Regionen zu Hurrikans. Die meisten Gewitter über diesen Gewässern verlieren sehr schnell an Kraft und vergehen ohne jegliche Folgen.

Ein tropischer Sturm - die Vorstufe eines Hurrikans - entwickelt sich nur, wenn alle Bedingungen dafür stimmen. Er bildet sich, wenn die Hitze des Wassers in ein starkes Gewittergebiet hochsteigt, sich dort abkühlt und wieder auf die Oberfläche im Umkreis des Sturms zurückfällt. Dieser Vorgang wird intensiver, wenn die warme Luft so schnell in das Sturmgebiet gedrückt wird, dass der atmosphärische Druck anfängt zu fallen. Während der Atmosphärendruck weiter fällt, verwandelt sich das Gewittergebiet in eine große Sturmmasse und startet eine Rotation im Uhrzeigersinn. Über einen Zeitraum von einigen Tagen kann dieser Zyklus Oberflächenwindgeschwindigkeiten erreichen, die 35 Knoten übersteigen. Wenn das passiert, spricht man offiziell von einem tropischen Sturm und gibt ihm einen Namen.

Jedes Jahr entwickeln sich in etwa einem Dutzend dieser Regionen tropische Stürme, aber nur wenige davon erreichen die Minimumwindgeschwindigkeit von 64 Meilen pro Stunde, um offiziell als Hurrikan bezeichnet zu werden.

Bis hierhin wurden die Gefahren für Touristen, die Florida besuchen, im Falle eines Hurrikans erörtert. Was aber, wenn man nicht nur Besucher ist, sondern in Florida lebt? Wer hat noch nicht darüber nachgedacht, wie es ist, dem Risiko eines eintreffenden großen Hurrikans ausgesetzt zu sein?

Hier soll nun ein hypothetisches (aber keineswegs untypisches oder unwahrscheinliches) Sturmszenario aufgezeigt werden. Es ist Mitte September, die Satellitenbilder zeigen ein großes Gewittergebiet, das sich westlich von der afrikanischen Küste Richtung Atlantik bewegt. Das National Hurricane Center in Miami Florida schließt diese Beobachtung in ihre täglichen Routineinformationen während der Hurrikansaison über die Bewegungen im Atlantik, dem Karibischen Meer und dem Golf von Mexiko ein.

Niemand in Florida macht sich darüber Sorgen. Vier Tage vergehen, und die gestörte Wetterfront bewegt sich Richtung Mitte des südlichen Atlantiks, 2500 Meilen (etwa 4000 km) Ost-Südost von Florida entfernt. Die Satellitenbilder zeigen, dass die Bewegungen intensiver werden und Ansätze einer Zirkulation zu erkennen sind. Aber selbst dann wird diesen Berichten nur von wenigen Florida-Einwohnern Beachtung geschenkt, obwohl das National Hurricane Center in Miami schon mit der Möglichkeit rechnet, dass dieser Sturm sich zu einem Hurrikan entwickeln könnte. Die Wetterpropheten schauen sich alle zur Verfügung stehenden Wetterinformationen und Einflüsse an und stellen fest, dass die Bedingungen dafür sprechen, dass sich dieser Sturm sehr schnell verstärken wird. Die Küstenwache gibt Warnungen an die Schifffahrt, da sich die Störungen weiter westlich über den Atlantik bewegen.

Vor fünf Tagen hat sich das Gewitterband über der afrikanischen Küste gebildet und angefangen, sich westwärts zu bewegen. Der Sturm ist stärker geworden, und die Zirkulationen sind auf dem Satellitenbild sehr deutlich erkennbar. Diese Satellitenfotos können in Echtzeit unter www.hurricanes2001.com  beobachtet werden.

Am sechsten Tag schickt die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ein Sturmjagdflugzeug in die Region der Wetterstörung. Das Flugzeug nimmt Messungen vor und bestätigt, dass sich ein Gebiet mit niedrigem Atmosphärendruck im Zentrum des Sturms entwickelt.

Nun ist der Sturm nur noch etwa 2700 Kilometer vom Festland entfernt, und einige Menschen fangen an, sich über diese neuen Entwicklungen Gedanken zu machen. Nach zwei weiteren Tagen wird nochmals ein Sturmjagdflugzeug geschickt, um neue Messungen vorzunehmen, und es wird festgestellt, dass die Oberflächenwinde des Sturms bereits 35 Knoten überschritten haben - nun muss von einem tropischen Sturm gesprochen werden. Das National Hurricane Center gibt dem neuen Sturm den Namen Martin.

Am zehnten Tag wird Martin immer noch stärker. Die Windgeschwindigkeit liegt jetzt bei 76 Knoten, und Martin ist nun offiziell ein Hurrikan. Es ist September, und das Wasser ist nach einem heißen Sommer sehr warm. Hurrikanmodelle (eine Computersoftware, die entwickelt wurde, um den Weg eines Hurrikans voraus zu sagen) zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Martin auf die nördlichsten Jungferninseln treffen und dann nördlich von Puerto Rico vorbeiziehen wird. Wenn man sich die Karte anschaut, sieht es aus, als halte der Orkan geradewegs auf Florida zu. In Florida macht sich aber noch niemand größere Sorgen.

Zu Beginn einer jeden Hurrikansaison werden alle Bewohner von Florida aufgefordert, Utensilien zu kaufen, die während eines Hurrikans unentbehrlich sind.

Zu diesen Dingen gehören ein gutes tragbares Radio und wenn möglich ein mit Batterien betriebener Fernseher. Genauso wichtig ist es, jede Menge an Vorräten zu kaufen wie Konserven, die man, ohne sie kochen zu müssen, essen kann. Wasser in Flaschen ist sehr wichtig für die Zeit nach dem Hurrikan, da es Wochen dauern kann, bevor das Trinkwasser wieder genießbar ist. Man sollte mit einem Vorrat für etwa drei Wochen rechnen - als Faustregel gilt eine Gallone (3,74 Liter) pro Tag pro Person. Wenn ein Sturm im Anzug ist, machen es Panikeinkäufe oftmals unmöglich, die wirklich wichtigen Dinge zu besorgen. Leider denken zu viele Leute immer zu positiv und vergessen, ihre Hurrikanvorräte aufzustocken, wenn keine Gefahr besteht.

Martin hat nun eine Windgeschwindigkeit von 125 Meilen pro Stunde und hat sich leicht Richtung West-Nord-West gedreht. Es sieht so aus, als wird er an der Nordspitze der Jungferninseln und auch an Puerto Rico vorbeiziehen.

Die Computermodelle sind nicht sehr klar bezüglich seines Verlaufs für die nächsten fünf Tage. Wenn die Richtung des Sturms sich nicht ändert, könnte er in Zentralflorida in der Nähe von Cape Canaveral Landfall bekommen. Die Hurrikanpropheten sehen ein Hochdruckgebiet, welches sich Ost-Süd-Ost über die Mitte der Vereinigten Staaten bewegt. Wenn es schnell genug vorwärts kommt, kann es zu einer nördlichen Richtungsänderung kommen, oder auch nordöstlich, was eine Bewegung Richtung Meer zur Folge hätte. Momentan kann nichts anderes getan werden, als abzuwarten und den weiteren Verlauf von Martin zu beobachten. Die Besucher auf der Webseite www.hurricanes2001.com werden zahlreicher, was bedeutet, dass sich die Bewohner der Ostküste Floridas nun doch mehr an der Entwicklung interessiert zeigen.

Es ist Montagmorgen. Martin hat nun Spitzenwindgeschwindigkeiten von 150 Meilen pro Stunde mit zeitweise Böen von 175 Meilen pro Stunde. Ein sehr starker Orkan, der zu massiven Zerstörungen fähig ist, befindet sich momentan nur drei Tage von der Küstenlinie der USA entfernt. Das ist die kritischste Zeit für die Arbeit des National Hurricane Center. Wenn die Modelle stimmen, wird ein Hochdruckgebiet, welches sich ostwärts quer durchs Land bewegt, Martin abfangen, bevor er die Küstenlinie erreicht, und ihn gen Nordwesten drücken in Richtung der Carolinas oder nordöstlich, weg vom Festland zurück aufs Meer hinaus.

Das National Hurricane Center benutzt eine Vielfalt von Computermodellen, um alle Variablen zu analysieren, die auf den Hurrikan Einfluss haben könnten. Läuft alles korrekt, zeigen die meisten Modelle eine ähnliche Prognose an bezüglich Umfang und Verlauf des Hurrikans. Wenn das der Fall ist, gibt es den Wetterpropheten mehr Sicherheit, mögliche Zielgebiete des Sturms vorauszusagen. Diesmal stimmen nicht alle Modelle überein. Drei zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit an, dass der Sturm Richtung Nord-Nord-West abdrehen und damit Richtung Carolinas ziehen wird und von dort weiter Richtung Nordosten hinaus aufs Meer ohne Landfall in den Carolinas. Ein anderes Modell zeigt ein Hochdruckgebiet, das seine Schubkraft aufhalten könnte, wobei er dann weiter Richtung Zentralflorida unterwegs wäre. Das National Hurricane Center empfiehlt allen Bewohnern der Ostküste der Vereinigten Staaten - von Key West bis Virginia -, die weitere Entwicklung von Martin zu beobachten und im Fall eines Falles vorbereitet zu sein, falls Evakuierungen vorgenommen werden müssen.

Das National Hurricane Center muss Hurrikanwarnungen herausgeben, wenn ein Sturm in den nächsten 24 Stunden Landfall bekommen könnte, weil eine kürzere Zeitspanne nicht ausreichen würde, um alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um Häuser und Wohnungen hurrikansicher zu machen und sich selbst in einem Shelter, einem dafür eingerichteten Schutzraum, in Sicherheit zu bringen. Die Meteorologen wollen nicht unbedingt eine Warnung für ein bestimmtes Gebiet ausgeben und dann Lügen gestraft werden. Falsche Vorhersagen vermindern die Glaubwürdigkeit des National Hurricane Center und verursachen für die Gesellschaft sehr kostenintensive Vorsichtsmaßnahmen, die vielleicht nicht nötig gewesen wären.

Wenn eine Hurrikanwarnung ausgegeben ist, müssen die Städte und Gemeinden an der Küste mit der Pflichtevakuierung der Menschen aus Wohnhäusern, Büros, Hotels und Motels beginnen. Büros werden geschlossen, der Schulunterricht wird eingestellt, und die für einen Hurrikan vorgesehenen Evakuierungseinrichtungen werden geöffnet für alle, die ihr Zuhause verlassen und keinen anderen Aufenthaltsort haben. Diese Shelter sind oftmals Schulen, Krankenhäuser, Flughäfen oder auch Einkaufszentren.

Die Meteorologen sind in keiner angenehmen Situation. Hurrikan Martin kann irgendwo zwischen Florida und New York auf Land treffen oder wieder hinaus aufs Meer ziehen, ohne überhaupt Land zu berühren. Martin befindet sich momentan 380 Meilen (etwa 600 km) Ost-Süd-Ost von Cape Canaveral entfernt und bewegt sich immer noch Richtung West-Nord-West mit einer Geschwindigkeit von zehn Meilen pro Stunde. Unter diesen Bedingungen wird Martin in 36 Stunden auf die Küste von Zentralflorida treffen.

Das National Hurricane Center gibt einen Hurricane Watch (Gebiet wird unter besondere Beobachtung gestellt - d. Ü.) ab Miami, Florida, nördlich bis nach Savannah, Georgia, heraus, was bedeutet, dass ein Hurrikan innerhalb der nächsten 36 Stunden eintreffen kann. Während eines Hurricane Watch sollten alle Einwohner der Region ihre letzten Einkäufe tätigen und alle notwendigen Dinge besorgen, die im Fall einer Hurrikanwarnung notwendig sind, um sich selbst und alle Sachwerte zu schützen.

Menschen sind manchmal unberechenbar. Jeder weiß im Prinzip, dass die Gefahr besteht, sein Leben zu verlieren, wenn man sich im Einzugsgebiet eines mächtigen Hurrikans befindet. Dennoch scheinen manche Leute ein Gefühl von Abenteuer zu bekommen, wenn ein Hurrican Watch für ihr Wohngebiet amtlich wird. Nur sehr wenige Erwachsene sind in der Lage, es zuzugeben, aber es kommt oft zu Gefühlen der Enttäuschung, wenn der Sturm von der eigenen Haustür weg und in eine andere Richtung zieht. Natürlich wünscht sich kein normal denkender Mensch, dass sein Haus zerstört wird oder sich seine Familie in Gefahr befindet, dennoch erhöht das mögliche Risiko eines Hurrikans den Adrenalinspiegel und kann eine Hochstimmung verursachen, die schwer zu erklären oder zu verstehen ist.

Der Hurricane Watch ist herausgegeben. Tausende von Menschen versuchen ihre Vorräte aufzustocken, was alles schon Monate vorher hätte erledigt werden sollen. Konserven und Wasserflaschen wandern in die Einkaufskörbe der Panikshopper. Brot, Sodas, Kartoffelchips und Bonbons verschwinden aus den Regalen, und nun wird angefangen, Gefrierprodukte zu kaufen und andere verderbliche Waren wie Milch, Fleisch und sogar Eiscreme. Alles, was zur Verfügung steht, wird gekauft, ohne nachzudenken. Sollte Martin das Gebiet treffen, wird es keinen Strom geben für Tiefkühlgeräte oder Kochherde, es wird kein Gas vorhanden sein, um damit zu kochen.

Eines der ersten Produkte, die ausverkauft sind, sind Batterien. Die Leute kaufen Armladungen voller Batterien, ohne überhaupt zu wissen, welche Größe sie für ihre Taschenlampen, Radios oder tragbaren Fernseher brauchen. Sie kaufen einfach jede Batterie, die zu finden ist.

Autos, die an der Tankstelle Schlange stehen, um ihren Tank zu füllen, fangen an Staus auf den Straßen zu verursachen. Die Geduld wird geringer, und Autofahrer fangen an, Ampeln zu ignorieren. Kleine Autounfälle verhindern schnelles Vorwärtskommen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem Gerüchte entstehen. Es ist sehr wichtig, nur offiziellen Informationen zu glauben oder sich auf zuverlässige Quellen zu verlassen. Die lokalen Nachrichten konzentrieren sich nun ganz auf den Verlauf von Hurrikan Martin. Die Ansager haben lange Listen mit Last-Minute-Hinweisen.

Man soll seine Gartenmöbel ins Haus bringen, damit sie die starken Winde nicht durch die Gegend schleudern; die Badewanne sollte mit Bleichmittel gereinigt werden, um sie dann mit sauberem Wasser zur Benutzung nach dem Sturm füllen zu können. Man empfiehlt, Familienfotos und alle wichtigen Papiere in einen wasserdichten Behälter und diesen an einem sicheren Platz, wie zum Beispiel dem Kofferraum des Autos, zu verstauen. Alle Haustiere sollten sich im Haus befinden, denn diese dürfen nicht mit ins Shelter gebracht werden. Noch schnell einen Weg zur Bank machen, um genügend Bargeld zu haben, denn nach dem Sturm werden die Banken geschlossen sein, und ohne Strom funktionieren auch keine Bankautomaten. Für genügend Windeln und Babynahrung muss auch gesorgt werden. Man sollte seine Versicherungspapiere bei sich haben, um im Bedarfsfall nach dem Unwetter dort anrufen zu können. Sollte man sich entscheiden, zu Hause zu bleiben, ist unbedingt davon abzusehen, im Haus oder in der Wohnung tragbare Kocher oder Grills zum Kochen zu benutzen; da die Gefahr eines Feuers oder einer Kohlenmonoxidvergiftung zu groß ist. Die Liste der Dinge, die man tun oder lassen sollte, lässt sich weiter fortsetzen.

Es ist Dienstagabend. Die Modelle im National Hurricane Center zeigen immer noch unterschiedliche Ergebnisse an. Der Sturm steht nun 24 Stunden vor Zentralflorida und hält immer noch auf Cape Canaveral zu. Wenn wirklich kein Landfall eintreffen sollte, muss er recht bald nach Nord-Nord-West abdrehen. Da Martin sich weiterhin westwärts bewegt, gibt das National Hurricane Center eine Hurrikanwarnung von Palm Beach Florida bis Jacksonville Florida aus, was bedeutet, dass alle Einwohner dieser Region endgültige Vorbereitungen zum Schutz von Hab, Gut und Leben treffen sollten. Die Hurrikanwarnung erstreckt sich ebenfalls bis hoch nach Savannah Georgia und quer durch Florida einschließlich Orlando und auf den mittleren Teil des Staates sowie von Tampa bis Tallahassee an der Golfküste von Florida. Allen Touristen wird jetzt empfohlen, das Gebiet mit der Hurrikanwarnung so schnell wie möglich zu verlassen und auch darauf vorbereitet zu sein, die Regionen mit dem Status Hurricane Watch zu meiden.

Bei Einbruch der Nacht sind Hausbesitzer im Dunkeln damit beschäftigt, an ihr Eigentum hurrikansichere Fensterläden anzubringen. Viele Bewohner entscheiden sich, das Hurrikangebiet zu verlassen. Straßen und Autobahnen haben nun ein hohes Verkehrsaufkommen gen Norden mit Menschen, die versuchen, dem vorgezeichneten Weg des Sturms auszuweichen. Verkehrsstaus sind die Folge davon. Aber niemand will auf einer offenen Autobahn mitten in einen Hurrikan geraten. Unfälle passieren, und der Verkehr kommt fast zum Stillstand.

Vielen wird klar, dass die Gefahr, hier stecken zu bleiben, größer wird, so dass sich schnell Hotelhallen und Restaurants, die am Weg liegen, mit Menschen überfüllen, die Schutz vor dem Sturm suchen. Es ist drei Uhr morgens am Mittwoch. Ein paar leichte Schauer ziehen über Teile Zentralfloridas, aber die schweren Winde von Martin sind mindestens 12 Stunden entfernt.

Die Unfallaufnahmestationen der Krankenhäuser verzeichnen bereits eine weit höhere Anzahl von Patienten. Manche haben sich bei der Benutzung von Motorsägen im Dunkeln verletzt, und andere haben sich an den scharfen Kanten der Stahl- oder Aluminiumbleche geschnitten, die man zum Vergittern der Fenster benutzt. Viele Lebensmittelgeschäfte und Baumärkte waren während der vergangenen 30 Stunden geöffnet, und die Regale sind leer.

Bei Sonnenaufgang sieht es lange nicht mehr so gefährlich aus, wie es über Nacht den Eindruck gemacht hat. Der Himmel ist blau, und es weht eine leichte Brise. Um sechs Uhr morgens berichtet das National Hurricane Center, dass Martins Geschwindigkeit stark abgenommen hat. Es sieht so aus, als habe ihm das von Westen kommende Hochdruckgebiet Einhalt geboten, der weitere Verlauf von Martin ist nun sehr ungewiss. Dennoch sollten die Bewohner von Key West bis New York den Verlauf weiter beobachten.

Phone and Fax: 305-945-9496
E-mail: trvldevil@aol.com

Our philosophy/Unser Motto:

Everything is possible,
you just have to do it!

Alles ist möglich,
du mußt es nur tun!

 

Home

Travel Consultant

Web Design

Creative Writing

Translation Interpretation

Language
Tutoring

 

Web design © trvldevil@aol.com